Lebendige Steine – ist das nicht ein Widerspruch in sich? Kann ein Stein lebendig sein? Ist er nicht einfach nur tot, kalt und abweisend?

 

 

Bei mir zuhause gibt es einige besondere Steine.

Einer zum Beispiel hat die Form eines Herzens und wurde mir vor Jahren von einem Menschen geschenkt, der mir wertvoll ist. Und ich kann mich gut an die Situation damals erinnern…

Dieser Stein hat eine Geschichte und eine Bedeutung. Und eine Botschaft, die in der Festigkeit des Steins ihren Ausdruck findet. Steine sind verlässlich, haltbar, stabil. Auf die kann man bauen – auch Lebenshäuser. Mag sein, dass genau das der Grund war, warum mir dieser Mensch damals diesen Stein und eben nicht eine Rose geschenkt hat. Und dadurch lebt dieser Stein für mich – durch seine Bedeutung.

 

Solche Steine braucht das Leben: Trittsteine, auf denen man einen Bach überqueren kann; Stolpersteine, die einen zum Nachdenken bringen; Ecksteine, die einen ganzen Bau halten.

 

Steine können ein „WOZU?“ haben, einen Sinn, eine Aufgabe – genau das macht sie lebendig. Und wenn mir Steine im Weg liegen, sollte ich mich nicht darüber ärgern, sondern mich eher fragen, was sie mir sagen wollen.

 

Wenn wir lebendige Steine sein wollen, dann ist zum einen Verlässlichkeit gefragt – dass man mit uns rechnen kann. Zum anderen lädt es dazu ein, meine Aufgabe und Bestimmung im Leben zu finden, im Plan Gottes mit mir und der Welt, sozusagen mein „WOZU?“

 

Man könnte auch ganz fromm „BERUFUNG“ dazu sagen.

 Andrea Schwarz